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DGU/ BDU - PRESSEINFORMATION

DGU-Projekt zur Aufarbeitung der Vergangenheit erhält Forschungspreis

PRESSEINFORMATION                                         
Medizin l Urologie l Forschungspreis



Hohe Auszeichnung für Doppelband „Urologen im Nationalsozialismus“

DGU-Projekt zur Aufarbeitung der Vergangenheit erhält Forschungspreis

                                                                              

Berlin. Das ärztliche Ethos vom Heilen und Helfen wurde unter dem Nationalsozialismus vielfach in ein Prinzip der Ausgrenzung und Vernichtung pervertiert. Die Aufarbeitung dieser Schreckensepoche hat sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) für ihr Fachgebiet schon seit Jahren zur Aufgabe gemacht. Aus diesem Engagement resultiert der 2011 erschienene Doppelband „Urologen im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung und Vertreibung“, der jetzt mit dem vom Bundesministerium für Gesundheit, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer gemeinsam ausgelobten Forschungspreis „Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus“ gewürdigt wird. Der Hauptpreis wurde den Herausgebern gestern in Berlin im Hause der Bundesärztekammer überreicht.

 

Medizinhistoriker und Urologen aus Deutschland, Österreich und den USA hatten in dem von der DGU initiierten und großzügig geförderten Forschungsprojekt seit 2009 eine Vielzahl bislang unberührter Themen sowie neu aufgefundene Dokumente zur Verstrickung deutscher Urologen in das NS-System und zum Exodus jüdischer Kollegen bearbeitet. In zahlreichen Einzel- und Sammelbiographien dokumentiert „Urologen im Nationalsozialismus“ für Deutschland und für Österreich sowohl die Schicksale der Opfer als auch die Werdegänge derer, die in dem System Karriere machten. In der Arbeit sieht der Archivar der DGU und Mitherausgeber, Prof. Dr. Dirk Schultheiss, „einen weiteren medizinhistorischen Meilenstein“. In Fachpublikationen, aber auch in Publikumsmedien fand die Veröffentlichung ein durchweg positives Echo. Es wurde nicht allein die Aufarbeitung als solche, sondern auch Systematik und Akribie der Arbeit gelobt.

 

Der Medizinhistoriker Matthis Krischel M.A., der das Projekt am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin in Ulm betreute und der Curator der DGU und Vorsitzende des Arbeitskreises „Geschichte der Urologie“ der Akademie Deutschen Urologen, Dr. Friedrich Moll M.A.,  nahmen den Preis in Berlin stellvertretend für alle Herausgeber in Empfang. Neben ihnen und Prof. Schultheiss sind dies Julia Bellmann M.A. und der im März 2013 verstorbene Prof. Dr. Albrecht Scholz. DGU und Herausgeber betrachten die Veröffentlichung des Doppelbandes nicht als Abschluss des Projekts, sondern als Ausgangspunkt für weitere Forschungen.

 

Bereits 2012 hatte die American Urological Association (AUA) auf ihrem Jahreskongress in Atlanta das NS-Projekt der DGU gewürdigt: Als erster Nicht-Amerikaner erhielt Krischel für seine Untersuchungen im Rahmen des Projektes den „Earl F. Nation Retrospectoscope Award“. Mit diesem Preis zeichnet die AUA die hervorstechendste Forschungsarbeit des Kongressjahres zur Geschichte der Urologie aus.

 

Die beiden jeweils gut 250 Seiten und zahlreiche Abbildungen umfassenden Hardcover-Bände „Urologen im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung und Vertreibung“ sind 2011 in Berlin bei Hentrich & Hentrich erschienen (ISBN 978-3-942271-41-7) und kosten zusammen 89 Euro.

 

Weitere Informationen:
DGU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg