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DGU/ BDU - PRESSEINFORMATION

Urologen machen sich für kooperatives Belegarztwesen stark

PRESSEINFORMATION
Medizin l Urologie l BDU e.V. l Belegarztwesen

Urologen machen sich für kooperatives Belegarztwesen stark
115. Deutscher Ärztetag verabschiedet Resolution zu innovativen Versorgungsstrukturen

Düsseldorf. Das Belegarztwesen bietet alle Möglichkeiten, die Trennung der Medizin in ambulanten und stationären Sektor aufzuheben - so wie auch die Politik es fordert. Zugleich wird in dem System das Potenzial gesehen, durch verstärkte Kooperation und Vernetzung zwischen Hausärzten, Fachärzten und Krankenhausärzten die Patientenversorgung optimal zu organisieren - sowohl in Bezug auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit, als auch für die Berufszufriedenheit der beteiligten Ärztinnen und Ärzte. Auch der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU e.V.) macht sich für das Prinzip stark. Beim 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg stellte der Urologe Dr. Andreas W. Schneider das am niedersächsischen Krankenhaus Salzhausen schon lange praktizierte kooperative Belegarztwesen exemplarisch vor und kam zu dem Schluss: „Dieses System bietet seit jeher eine effektive Verzahnung der ärztlichen Versorgungsbereiche. Neben zahlreichen Vorteilen ist es auch bestens geeignet, zur geforderten wohnortnahen spezialfachärztlichen Versorgung der Patienten flächendeckend beizutragen.“ Im Anschluss verabschiedete der Deutsche Ärztetag eine Resolution zur Förderung des kooperativen Belegarztsystems. 

Während das Belegarztsystem weltweit in verschiedenen Gesundheitssystemen Standard ist, spielt es in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle. 2010 behandelten hierzulande nur rund 6000 frei praktizierende Ärzte, darunter etwa 450 Urologen, ihre Patienten nicht nur ambulant in der eigenen Praxis, sondern auch stationär in Belegbetten von Krankenhäusern. Dabei bietet diese Versorgungsform viele Vorteile: Unter der Vorgabe „So viel Praxis wie möglich, so wenig Klinik wie nötig“ steht dem Patienten eine Versorgung aus einer Hand zur Verfügung.

Besonders für Krebspatienten hat sich die Verknüpfung der ambulanten Versorgung mit den Vorzügen des stationären belegärztlichen Versorgungsanteiles nach Einschätzung von Dr. Schneider als ideal bewährt. Der Bundesmantelvertrag Onkologie beziehungsweise die Onkologievereinbarung stellen eine Versorgungsvereinbarung für den Vertragsarzt in der ambulanten Versorgung dar, so er onkologisch qualifiziert und bevollmächtigt ist. Dies gilt auch für den Belegarzt, wenn er die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt. Der Belegarztstatus ist ein sinnvolles und bewährtes „Add-on“, aber keine Voraussetzung.

Auch für die Mediziner bietet das kooperative Belegarztsystem nach Worten von Dr. Schneider, der Vorsitzender des BDU-Arbeitskreises urologischer Belegärzte ist, Vorteile. Mit der Novellierung des ärztlichen Berufsrechts, dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz und dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz seien erforderliche Voraussetzungen für eine Flexibilisierung ärztlicher Kooperationsformen geschaffen worden. Neben einer gleichzeitigen Tätigkeit als Vertragsarzt und als Krankenhausarzt böte sich ein zunehmend breiteres Spektrum möglicher Formen der Berufsausübung in Gemeinschaftspraxen und Praxisnetzen an, ohne die ärztliche Freiberuflichkeit grundsätzlich infrage zustellen. Besonders in ländlichen Regionen gelte es jetzt, innovative Konzepte zu entwickeln und zu erproben, um dort die haus- und fachärztliche Versorgung dauerhaft sicherzustellen. Dort könnte auch die Leistungsfähigkeit kleinerer Krankenhäuser vom Belegarztwesen deutlich profitieren, wenn die Vertragsärzte entsprechend initiativ werden.

In einer Resolution zur Förderung kooperativer Versorgungsstrukturen fordert der Deutsche Ärztetag 2012 von Regierung und Gesetzgeber, die dazu erlassenen Gesetze nun konkret auszuführen. Innovative Versorgungskonzepte und besonders das Belegarztwesen in seiner kooperativen Ausprägung sollten die ihnen angemessene Förderung erfahren. Zugleich wird an die gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen appelliert, Regelungen zu finden, die eine Umsetzung ermöglichen und einen fairen Wettbewerb an der Schnittstelle von ambulantem und stationärem Sektor ermöglichen.

Weitere Informationen und Fotos:Dr. med. Andreas W. Schneider
Krankenhaus Salzhausen
Bahnhofstrasse 3
21423 Winsen/Luhe
E-Mail: Andreas_W_Schneider@t-online.de

oder

Pressestelle des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V.
Bettina-C. Wahlers 
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
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Mobil: 0170 - 4827287
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