Hauptmenü

Login-Bereich

Über den LogIn-Bereich gelangen Sie zu den internen Seiten des Netzes.

Aktuelles

zurück zur Übersicht

Von Überversorgung keine Spur...

BDU-Präsident Axel Schroeder im Interview

09.06.2011 (BIERMANN) In der Diskussion um Über- oder Unterversorgung mit Ärzten, die zuletzt auf dem 114. Deutschen Ärztetag wieder aufgeflammt ist, warnt der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU), Dr. Axel Schroeder, die Versorgung mit urologischen Arztleistungen könne sich infolge des zunehmenden Bedarfs durch den demografischen Wandel bei gleichzeitigem Nachwuchsmangel verschlechtern.

Es sei unbestritten, dass sich die Anzahl der angestellten Ärzte seit 1993 verdreifacht hat und die Zahl der niedergelassenen Vertragsärzte in dieser Zeit deutlich angestiegen ist, räumt BDU-Präsident Schroeder ein. "Von Überversorgung ist aber keine Spur, wenn das Primat einer qualifizierten, wohnortnahen, flächendeckenden Versorgung auch in der Zukunft in Anbetracht der Demografie und Morbidität gilt", schreibt Schroeder in der Juni-Ausgabe der "Urologischen Nachrichten".

Bis 2025 werden aus Altersgründen etwa 1000 Urologen ihre Praxen aufgeben, rechnet Schroeder vor. Aufgrund der Demografie, der Alters- und Multimorbidität sowie der chronischen Erkrankungen werden laut Schroeder für 1000 ausscheidende Ärzte rund 1300 neue Ärzte gebraucht. "Der Mangel ist längst in den Kliniken und ­Praxen angekommen", so Schroeder.

Den nötigen Nachwuchs zu gewinnen, tut sich der eigentlich so angesehene Arztberuf jedoch schwer. Schroe­der macht dafür die zunehmende Büro­kratie und Regulierung, die mangelnde Planungs- und Rechts­sicherheit sowie schlechte, familien­unfreundliche Arbeitsbedingungen verantwortlich.

"Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Wertschätzung der ärztlichen Leistung, Abschaffung der Regresse, mehr ärztliche Zuwendung statt Verwaltung der Patienten", fordert Schroeder als Gegenmittel, "aber auch mehr Bereitstellung von Finanzmitteln". Denn der Ausgleich von Unterversorgung werde mehr Geld kosten, so Schroeder.