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Medizin l Urologie l Berufspolitik

Mehr Geld für Haus- und Heimbesuche – nur ein Taschenspielertrick der KBV Berufsverband der Deutschen Urologen fordert spezielle Struktur- und Modellverträge

Düsseldorf. Die Unzufriedenheit bei den Urologen ist groß: "Die bessere Vergütung für Haus- und Heimbesuche zum 01. April 2011, auf die sich der Bewertungsausschuss aus Ärzten und Kassen jetzt in Berlin verständigt hat, ist alles andere als ein Verhandlungserfolg", so Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. (BDU e.V.) .

"Die halbstaatliche Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Berlin verspricht mehr Honorar für Haus- und Heimbesuche außerhalb des Regelleistungsvolumens (RLV). Eine extrabudgetäre, freie Leistung außerhalb der Medizinischen Gesamtvergütung ist das mitnichten", urteilt Dr. Schroeder. Das RLV werde künftig in jedem Versorgungsbereich um das bisherige Honorar der Haus- und Heimbesuche „bereinigt", damit Vertragsärzte diese dann als „Einzelleistung" wieder erbringen sollen, so Schroeder weiter. Das werde auch dadurch nicht attraktiver, wenn der Besuch um fast 40 Prozent aufgewertet werde.

„Das ist keine vertrauensbildende Maßnahme der ärztlichen Selbstverwaltung in Berlin", kritisiert der BDU-Präsident. „Hier wird die KBV zum billigen Erfüllungsgehilfen einer verfehlten Gesundheits- und Verhandlungspolitik. Haus- und Heimbesuche zum Ausgleich von Versorgungsdefiziten sind nur als Zusatzverträge (Add-on) eine Lösung." Der BDU-Präsident geht noch weiter: „Wenn freie Leistungen im Vorwegabzug die RLV schmälern, machen sie keinen Sinn. Denn es gibt kein zusätzliches Geld. Im Gegenteil es wird jetzt mehr aus dem RLV herausgenommen als vorher drin war!" Die Urologen seien gut beraten, die Leistungen der Haus- und Heimbesuche nicht auszuweiten, solange den Vertragsärzten dafür nicht effektiv mehr Geld zur Verfügung stehe. Der BDU-Präsident: "Freie Leistungen in der Mengenbegrenzung zu Lasten des Fallwertes lehnen wir ab."

Dr. Axel Schroeder fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung beziehungsweise die Kassenärztlichen Vereinigungen auf, die Haus- und Heimbesuche über Strukturverträge zu stützen und nicht zu Lasten der Regelversorgung vermeintliche Anreize zu schaffen.

Der BDU e.V. bietet den Kostenträgern in Kooperation mit der urologischen Genossenschaft Bund der Urologen eG Gespräche und Verhandlungen zu Selektivverträgen auch im Bereich Haus- und Heimbesuche an.