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Erster Welt-Nierenkrebs-Tag

Das Präventionspotenzial liegt im individuellen Lebensstil Erster Welt-Nierenkrebs-Tag: Breites Behandlungsspektrum für deutsche Urologen Berlin. Nierenkrebs ist die dritthäufigste Tumorerkrankung, mit der Deutschlands Urologen in Praxen und Kliniken konfrontiert sind. Betroffene Patienten sind zumeist ältere Menschen und nach altersstandardisierten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) doppelt so viele Männer wie Frauen. Rund 16.500 Neuerkrankungen an Nierenkrebs erwartete das RKI für 2016. Früh erkannt, lassen sich Nierentumoren heute gut behandeln und die Prognose für die meisten Patienten ist günstig, teilen die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) anlässlich des Welt-Nierenkrebs-Tages mit, der am morgigen 22. Juni 2017 erstmals stattfindet. Sie betonen jedoch zugleich die Bedeutung der Prävention von Nierentumoren - und damit besonders Fragen des individuellen Lebensstils.

„Die
Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs, zu 90 Prozent handelt es sich
dabei um Nierenzellkarzinome, sind noch nicht geklärt. Aber es gibt
Risikofaktoren wie etwa Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Mangel an
körperlicher Aktivität, die laut S3-Leitlinie zum Nierenkrebs als begünstigend
erkannt sind. Diese Faktoren sind beeinflussbar, und hier sollte Prävention
ansetzen“, sagt BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder. Nicht modifizierbare
Risikofaktoren seien terminale Niereninsuffizienz und eine erbliche
Vorbelastung, die jedoch selten vorkomme. „Umso mehr Bedeutung erhält eine
gesunde Lebensführung bei der Prävention von Nierenkrebs.“

 

Im frühen und im lokal fortgeschrittenen Stadium machen Nierentumoren keine
Symptome. Sie werden bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes oft eher
beiläufig entdeckt, woran stetig verbesserte bildgebende Verfahren ihren Anteil
haben. Treten bereits Beschwerden wie etwa Schmerzen im seitlichen
Rückenbereich oder blutiger Urin auf, ist der Krebs häufig schon weit
fortgeschritten und hat oft bereits Metastasen gestreut. Obwohl das
statistische Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose von Nierentumoren relativ
hoch ist - bei Männern sind es 68, bei Frauen 72 Jahre - befindet sich das
Karzinom bei seiner Entdeckung in 75 Prozent aller Fälle noch in einem frühen
Stadium mit entsprechend günstiger Prognose für den Krankheitsverlauf. 

 

Sowohl Nierentumoren im frühen und lokal fortgeschrittenen Stadium als auch Nierenkrebs im metastasierte
Stadium werden nach der ärztlichen S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms
behandelt, die 2015 federführend von der DGU und von der Deutschen Gesellschaft
für Hämatologie und Onkologie (DGHO) erstellt und gerade aktualisiert worden
ist. Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten ist breit und spannt sich von
aktiver Überwachung über verschiedene Operationsverfahren bis zu komplexen
systemischen Therapien. „Im frühen oder lokal fortgeschrittenen Stadium sind Operationen,
minimal-invasiv und nach Möglichkeit organerhaltend, immer noch alternativlos. Regelmäßige, risikoadaptierte
Nachsorgeschemata gemäß der S3-Leitlinie, gilt es bei der Nachsorge operierter
Patienten zu berücksichtigen, um Rezidive ggf. früh zu erkennen. Ablative Therapien wie etwa die
Radiofrequenzablation, bei der durch Hitzeentwicklung eines hochfrequenten
Stroms gezielt Gewebe zerstört wird, müssen sich weiter beweisen“, so
DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing. Der urologische Chefarzt
weiter: „Für die metastasierten Tumoren sind inzwischen zehn Medikamente
zugelassen. Durch gezielte Krebstherapie, sogenannte ‚̣targeted therapy’, und
kluge Kombination neuer Präparate werden die Überlebenszeiten der Patienten
länger.“        

 

Ausführliche Informationen über Risikofaktoren, Symptome, Diagnostik und die Behandlung von
Nierenkrebs bieten die beiden Patientenleitlinien „Nierenkrebs im frühen und im lokal fortgeschrittenen Stadium“ und „Nierenkrebs
im metastasierten Stadium“, die im Leitlinienprogramm Onokologie von der Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen
Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Krebshilfe unter Federführung der
DGU und der DGHO herausgegeben wurden.