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Schwedische Studie: PSA-Screening senkt prostatakrebsbedingte Mortalität

Es ist unbestritten, dass durch Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) die Früherkennung eines Prostatakarzinoms verbessert wird. Kontrovers wird jedoch diskutiert, wie viele der auf diesem Wege entdeckten Prostatakarzinome tatsächlich klinisch relevant beziehungsweise behandlungsbedürftig sind, und ob sich ein allgemeines PSA-Screening auch auf die Prostatakrebssterblichkeit günstig auswirkt.


Laut Ergebnissen einer aktuellen randomisierten Studie aus Schweden lässt sich letzere Frage mit einem deutlichen Ja beantworten. „Über einen Zeitraum von 14 Jahren wurde die prostakarzinomspezifische Mortalität in der Screeninggruppe nahezu halbiert", berichten Autoren um Jonas Hugosson von der Universität Göteborg in Lancet Oncology. Damit bestätigt die aktuelle Untersuchung eine 2009 im New England Journal of Medicine publizierte Untersuchung der ERSPC, in der ein PSA-Screening mit einer rund 20-prozentigen Senkung der PCa-Mortalität nach neun Jahren einherging. 

Für ihre noch laufende Studie randomisierte die Arbeitsgruppe im Jahre 1994 rund 20.000 Männer der Geburtsjahrgänge 1930-1944 in zwei Gruppen: Die eine Hälfte der Teilnehmer wurde (bis zu einem Alter von 69 Jahren) alle zwei Jahre zum PSA-Screening eingeladen, die andere Hälfte nicht. Nur Männer mit erhöhten PSA-Spiegeln wurde eine weitergehende Diagnostik (digitale rektale Untersuchung, Prostatabiopsie) angeboten. 

Während des medianen Follow-up von 14 Jahren wurde bei 1138 der gescreenten Männer und 718 in der Vergleichsgruppe ein Prostatakarzinom diagnostiziert (kumulative Inzidenz 12,7 % vs. 8,2 %). 44 beziehungsweise 78 Patienten der beiden Gruppen verstarben an ihrem Prostatakarzinom. Die kumulative Prostatakarzinom-Sterblichkeit wurde in der Screeninggruppe verglichen mit der Kontrollgruppe damit um 44 Prozent gesenkt (relatives Risiko 0,56). Wurden nur Männer betrachtet, die das Screening tatsächlich auch mindestens einmal in Anspruch genommen hatten (ca. 76 % der eingeladenen) war dieser Effekt noch ausgeprägter (RR 0,44).

Nichtsdestrotz bestand auch in dieser Studie ein Risiko für Überdiagnosen oder Überdiagnostik, merken Hugosson et al. an. Insgesamt mussten 293 Männer zum Screening eingeladen werden, beziehungsweise bei zwölf ein Prostatakarzinom diagnostiziert werden, um einen prostatakrebsbedingten Todesfall zu verhindern. „Verglichen mit anderen Screeningprogrammen (bei Mammakarzinom oder Darmkrebs) schneidet das Prostata-Ca-Screening damit aber günstig ab", insbesondere, was die deutliche Reduktion der Mortalität anbelangt, betonen die Wissenschaftler. (kap) 

Quelle: Lancet Oncol. 2010 Aug;11(8):725-732.