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PREFERE-Studie: Größere Präzision in der Beratung der Patienten

Interview mit Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes des Deutschen Urologen e.V. (BDU).

Interview mit Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes des Deutschen Urologen e.V. (BDU).

Herr Dr. Schroeder, der Berufsverband der Urologen unterstützt die PREFERE-Studie ja schon seit ihrem Start im Januar 2013. Warum stehen Sie hinter dieser Studie?


Bisher haben die Urologen entsprechend Ihres Kenntnisstandes die Patienten  beraten, wie ihr Prostatacarcinom behandelt werden sollte. Die Fortschritte in der Forschung zeigen, dass  bei einem bestimmten, wenig bösartigen Tumorstadium mehrere gleichwertige Behandlungsformen möglich sind, ohne dem Patienten das Leben zu verkürzen oder seine Lebensqualität einzuschränken. Wir möchten herausfinden, welche der vier Behandlungsoptionen – Operation, Bestrahlung durch die Haut, interne Bestrahlung durch Einbringen von Bestrahlungskörpern in die Prostata oder aktive Überwachung den größten Erfolg bei den niedrigsten Nebenwirkungen zeigt. Wir haben beim Prostatakrebs diese Chance, weil er nur langsam wächst und nur bei fehlender Behandlung eine Lebensgefahr darstellen kann.  


Ihr Verband hat knapp 2.700 Mitglieder und repräsentiert damit die überwiegende Mehrheit der in Klinik und Praxis tätigen Urologinnen und Urologen. Was tun Sie konkret, um die PREFERE-Studie zu unterstützen?


Wir haben uns durch die Beteiligung des Berufsverbandes in Person von unserem Pressesprecher, Herrn Dr. Wolfgang Bühmann, und mir im Beratungsbeirat aktiv in die Vermittlung der Studie an Patienten und Urologen eingebracht, um durch die Überzeugung von Patienten, sich daran zu beteiligen, die Chancen für die zukünftigen Patienten, bei geringstmöglichen Nebenwirkungen optimal behandelt zu werden, zu erhöhen.

Der BDU hat kürzlich mit der KV Berlin und der AOK Nordost einen Versorgungsvertrag zur Förderung der „Active Surveillance“-Methode geschlossen. Die aktive Beobachtung der Patienten ist ja auch eine der vier Behandlungsoptionen, die in der PREFERE-Studie untersucht werden. Steht der neue Versorgungsvertrag damit nicht in Konkurrenz zu PREFERE?

Nein. Er bietet im Gegenteil denjenigen Patienten , die sich – aus welchen Gründen auch immer- nicht an der Studie beteiligen können oder möchten, von den Erfahrungen zu profitieren, ohne gesundheitliche Nachteile befürchten zu müssen. Vielmehr bietet der Vertrag eine Möglichkeit, die Erkenntnisse auf eine noch breitere Plattform zu stellen.

Mittlerweile beteiligen sich ja zahlreiche Urologen im gesamten Bundesgebiet an der PREFERE-Studie und haben den Vertrag zur Teilnahme unterschrieben. Was sagen Sie Ihren niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht teilnehmen?

Ehrlicherweise müssen wir gestehen, dass wir über den Erfolg der Behandlungsform, die wir unseren Patienten bisher empfehlen, nicht objektiv urteilen können. Um in dieser Beziehung noch sicherer zu werden, erwarten wir von den Ergebnissen dieser Studie größere Präzision in der Behandlungsberatung nach dem Motto: „Wir wissen viel, möchten aber nicht aufhören, besser zu werden. Nur durch eine hohe Beteiligung können wir diesen Anspruch erfüllen und dieses Ziel erreichen.“



Dr. med. Axel Schroeder ist seit 2010 Präsident des Berufsverbandes des Deutschen Urologen e.V. (BDU). Der BDU tritt für die beruflichen und berufspolitischen Interessen seiner Mitglieder ein und hat rund 2.700 Mitglieder. Der Berufsverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Krankenkassen, Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und berät sie in berufspolitischen und vertragsrechtlichen Fragen. Mit 19 Landesverbänden, dem Präsidium, dem Hauptausschuss, seinen Arbeitskreisen und Sachausschüssen sowie der Düsseldorfer Geschäftsstelle und dem Hauptstadtbüro ist der BDU bundesweit repräsentiert.

Quelle: http://www.prefere.de/news/?tx_ttnews[tt_news]=33&cHash=850054574650c98644f5df88aefb7e54