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DGU/ BDU - PRESSEINFORMATION

Im Einklang mit der neuen Bundesregierung Auch Urologen wollen Prävention und Früherkennung stärken

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Medizin l Urologie l  Politik


Im Einklang mit der neuen Bundesregierung
Auch Urologen wollen Prävention und Früherkennung stärken

Düsseldorf. Im Koalitionsvertrag ist es festgehalten: Union und SPD wollen noch 2014 ein Präventionsgesetz verabschieden sowie Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen stärken. Deutschlands Urologen begrüßen diese Vorhaben ausdrücklich und sehen sich in ihrem eigenen Bestreben bestätigt, urologischen Erkrankungen aktiv vorzubeugen, sie früh zu erkennen und dadurch möglichst häufig kurativ behandeln zu können. Bereits 2012 hatten die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) mit dem „Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen“ einen Leitfaden zur Gesunderhaltung veröffentlicht. 2013 hatten sie eine umfängliche Aufklärungs-Offensive zur Früherkennung von Prostatakrebs gestartet und eine breite sachliche Diskussion in den Publikumsmedien initiieren können.

„Wir setzen große Hoffnung darauf, diese sachorientierte Aufklärung 2014 mit Unterstützung der Gesundheitspolitik weiter ausbauen zu können“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. Das gelte besonders für Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, die bedauerlicherweise immer wieder pauschal infrage gestellt würden. „Geschieht dies, wie zum Jahreswechsel durch Deutschlands obersten Medizinprüfer Jürgen Windeler, wird die Bevölkerung in geradezu verantwortungsloser Weise verunsichert“, warnt Prof. Kliesch. Dass Prof. Dr. Windeler als Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) in dem Interview mit der „Berliner Zeitung“ Untersuchungen zur Früherkennung von Erkrankungen gar als kampagnengesteuerte Instrumente zur Durchsetzung handfester ökonomischer Interessen der Ärzte diffamiert, empört auch den BDU-Präsidenten Dr. Axel Schroeder. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass Herr Windeler mit seinen Äußerungen alle Bemühungen seitens der Gesundheitspolitik und der Medizin um Akzeptanz und Etablierung von Vorsorgeuntersuchungen derart torpediert.“ Monetäre Interessenkonflikte weist Dr. Schroeder mit Blick auf die Früherkennung des Prostatakarzinoms aufs Schärfste zurück und nennt Zahlen, die eine solche Unterstellung ad absurdum führen: „Angesichts einer Vergütung von 14 Euro für eine Tastuntersuchung im Rahmen des EBM und 20 Euro für einen PSA-Test arbeiten wir Urologen bei diesen Leistungen gerade einmal kostendeckend.“

Ohnehin empfehlen die Urologen nach derzeitiger Studienlage gegenwärtig kein flächendeckendes Früherkennungsprogramm für Prostatakrebs. Vielmehr plädieren DGU und BDU auf Basis der gerade aktualisierten „Interdisziplinären Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“ für einen differenzierten Einsatz einer PSA-gestützten Früherkennung. Notwendige Orientierungshilfe leisten ein Flyer sowie eine ausführliche Broschüre von DGU und BDU zur Früherkennung von Prostatakrebs, die auch vom Bundesverband Prostatakrebsselbsthilfe e. V. mitgetragen wird. Darin wird für Männer, die nach ausführlicher Information eine Prostatakrebsfrüherkennung wünschen, eine Tastuntersuchung mit PSA-Test empfohlen. Voraussetzung ist die Aufklärung durch den Urologen über Vor- und mögliche Nachteile einer PSA-Untersuchung. Die Empfehlung gilt für Männer die mindestens 45 Jahre alt sind und eine weitere Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren haben. „Entscheidend ist immer die persönliche Situation des einzelnen Mannes, sein Alter, sein Gesundheitszustand, die voraussichtliche weitere Lebenserwartung, seine Einstellung zu den Lebensrisiken von Gesundheit und Krankheit und das persönliche Erkrankungsrisiko, das vier- bis fünffach erhöht ist, wenn Väter oder Brüder an Prostatakrebs erkrankt sind“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg und verweist auf die deutliche Abnahme der Prostatakarzinomsterblichkeit seit Einführung des PSA-Testes in den USA um 35 Prozent und in Deutschland um 20 Prozent.

„Sachorientierte Aufklärung der Patienten, Maßnahmen der Primärprävention und Früherkennungsuntersuchungen auf der Grundlage des besten und jeweils aktuellsten medizinischen Wissens sind der richtige Weg zur Gesunderhaltung der Bevölkerung, den wir gemeinsam mit der Politik gehen wollen“, resümiert DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. Verunsicherung zu streuen, sei dagegen kontraproduktiv. 


Weitere Informationen:
DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17 
21149 Hamburg