Hauptmenü

Login-Bereich

Über den LogIn-Bereich gelangen Sie zu den internen Seiten des Netzes.

Aktuelles

zurück zur Übersicht

Langzeitstudie: OP rettet Leben jüngerer Patienten mit Prostata-Ca

Bei jüngeren Männern mit einem klinisch diagnostiziertem Prostata-Karzinom im Frühstadium senkt langfristig die Operation die Gesamt- und die tumorbedingte Sterblichkeit. Allerdings können auch ältere Patienten von der radikalen Prostatektomie profitieren, so die Hauptergebnisse einer aktuellen Analyse der SPCG-4-Studie (Scandinavian Prostate Cancer Group Study Number 4), die gerade im "New England Journal of Medicine" erschienen sind.

Bei jüngeren Männern mit einem klinisch diagnostiziertem Prostata-Karzinom im Frühstadium senkt langfristig die Operation die Gesamt- und die tumorbedingte Sterblichkeit. Allerdings können auch ältere Patienten von der radikalen Prostatektomie profitieren, so die Hauptergebnisse einer aktuellen Analyse der SPCG-4-Studie (Scandinavian Prostate Cancer Group Study Number 4), die gerade im "New England Journal of Medicine" erschienen sind.

In der Studie wurden zwischen 1989 und 1999 insgesamt 695 Männer mit einem klinisch diagnostizierten, also nicht per PSA-Screening entdeckten Prostata-Ca im Stadium T1 oder T2 randomisiert zwei Gruppen zugeordnet: Bei 347 Männern der einen Gruppe wurde eine radikale Prostatektomie vorgenommen, bei den 348 Männern der zweiten Gruppe eine abwartende Therapiestrategie gewählt. Die Männer waren alle unter 75 Jahre alt (im Durchschnitt 65 Jahre) und hatten eine geschätzte Lebenserwartung von über zehn Jahren.

Bei den jetzt publizierten Daten handelt es sich um die Ergebnisse nach im Mittel 18 Jahren Beobachtungszeit (maximale Beobachtungszeit 23,2 Jahre). Die Ergebnisse nach 15 Jahren waren 2011 im veröffentlicht worden ("New England Journal of Medicine").

Allein bei unter 65-Jährigen wurde eine verminderte Gesamt-Mortalität festgestellt; die Differenz zu Gunsten der Prostatektomie betrug nach 15 Jahren 13,5 Prozentpunkte, was einer NNT (Number Needed to Treat) von sieben Patienten entsprach; danach müssten also sieben unter 65-jährige Männer operiert werden, um einem Mann innerhalb von 15 Jahren das Leben zu retten. Nach 18 Jahren betägt die Differenz bei der Mortalitäts-Reduktion nun sogar 25,5 Prozentpunkte, was einer NNT von vier entspricht.

Als die bessere Therapie jüngerer Krebs-Patienten hat sich die Operation auch bei anderen Parametern erwiesen, so etwa bei derSterblichkeit an Prostata-Ca: Hier betrug die Differenz nach 15 Jahren 9,4 Prozentpunkte, nach 18 Jahren knapp 16 Prozentpunkte (15,8). Dies entspricht einer Abnahme der NNT von elf auf sechs. Unverändert blieb der Unterschied beim Endpunkt Fernmetastasen.

Keine signifikanten Vorteile für die Operation ergaben sich für über 65-jährige Männer - und zwar bei keinem der drei Endpunkte (Gesamt-Mortalität, Sterblichkeit an Prostata-Ca und Fernmetastasen). Gleichwohl liefert die aktuelle Analyse einen Hinweis darauf, dass auch diese Patienten von der Op profitieren können: Eine belastende Anti-Androgen-Therapie wegen Tumor-Progression war bei ihnen seltener notwendig (Differenz 21,8 Prozentpunkte, NNT 5).

Die radikale Prostatektomie scheint demzufolge für jüngere Männer die überlegene Therapie zu sein. Allerdings: Von den 347 Patienten, die sofort operiert wurden, sind bisher 200 gestorben, davon 63 am Prostata-Ca (maximale Beobachtungszeit 23 Jahre). Von den 348 nicht operierten Männern sind 247 gestorben, davon 99 an ihrem Tumor. Die relative Risiko-Reduktion für Tod am Prostata-Ca beträgt 44 Prozent, die absolute elf Prozentpunkte. Aber: Nach 18 Jahren sind viele der Männer aus der "Watchfull-Waiting-Gruppe nicht an ihrem Prostata-Ca gestorben und haben auch keine Behandlung benötigt.

So gut wie keine Relevanz hatte die Wahl der Therapie langfristig für das Auftreten einer erektilen Dysfunktion: Rund 12 Jahre nach der Op betrug die Prävalenz 80 Prozent, in der Vergleichs-Gruppe 84 Prozent. Deutlich ist allerdings weiterhin der Unterschied bei der Prävalenz der Harnwegsinkontinenz (11 versus 41 Prozent).

mehr

Quelle: http://www.facharzt.de/content/red.otx/190,143733,0.html (vom 11.03.2014)